Kommunikation

ist die akustisch in den Raum gestellte phonetische unterstrichene Wiedergabe von Lauten, die von sich in der näheren Umgebung befindlichen Personen aufgefangen, dechiffriert, und so diejenigen Individuen die der gesprochenen Sprache mächtig sind, verstanden werden können. Oder, so sagt der Duden: “die Verständigung untereinander”.

Sehr oft Zweck entfremdet wird diese unentbehrliche Informationsübermittlung, wenn sie dem eigenen Vorteil dienlicher ist als den allgemeinem Nutzen. Die gesammelte Erfahrung ließ mich schmerzlich erkennen, daß dies dort der Fall ist, wo Neid, Haß und Eifersucht am stärksten wirken, wo ignorante Machtgier nur noch von heuchelndem Kriechen übertroffen wird.

Wo jeder dem innerlichem Drang folgt sich selbst zu bestätigen, sich selbst hervorzuheben, wo jeder sich selbst der nächste ist, jeder der beste sein will und muß. Dort wo ausnahmslos jeder selbst der Chef ist, der bestimmt, befiehlt und kommandiert. Ursache dafür ist die hohe Zahl an Tischen die in zu vielen von einander getrennten Räumen die auf zu vielen Stockwerken verteilt herumstehen. Jeder kommandiert von dem Tisch, den er sein Eigen nennt. Niemand bewegt sein, mit Verlaub gesagt, fettes Hinterteil von seiner aufgewärmten Sitzgelegenheit, außer zur Nahrungsaufnahme. Und nicht einmal beim Futtertrog wird miteinander gesprochen. Einzig ein wisperndes nörgeln über das Mittagessen ist zu hören, neben dem gierigen Gewürge das das Verschlingen des angeblichen Fraßes erzeugt. Obwohl der Fraß nicht würdig ist gegessen zu werden, ist mit Erstaunen festzustellen das täglich die lautesten Nörgler die ersten am Futterbottich sind. Nach getätigter Sättigung hievt man seinen Allerwertesten wieder dorthin woher er kam und entsendet seine, sich mit anderen Entsendern widersprechende, Instruktionen. Die Entsender allerdings, die Minuten zuvor miteinander geschlemmt haben, jedoch nicht bereit waren die nachfolgenden Instruktionen zu erörtern.

Und so verhallt das Gesprochene im Raum und verliert sich infolge der Widersprüchlichkeit zu den paradoxen Anweisung nonkonformer Anordnungsgebern in Unglaubwürdigkeit.

Zwiegespräch

Der Wortwechsel zwischen zwei Menschen wird nicht nur durch das gesprochen Wort sondern auch durch das Zuhören geprägt, welches die verständliche Kommunikation fördert und dem Redner Zuständigkeit vermittelt.

Wer nicht Anteil nimmt an dem Erzähltem, der Erklärung, dem Vorgetragenem also, der wirkt nicht nur anmaßend, sondern auch arrogant ist nicht interessiert, beginnt zu unterbrechen, wechselt das Thema und gibt dadurch seine Unwissenheit und Ignoranz Preis, das weder philosophisch, konstruktiv noch klug ist, dann dadurch erfährt der Dialog den Monolog und so weiter gegebene verbale Information, verrät die wahre Identität der einseitigen Person die jetzt transparent ist und sich selbst Schaden, durch die Gefahr der Durchschaubarkeit, Erreichbarkeit und die Verletzlichkeit, zufügt.

Mit fehlender Aufmerksamkeit, Oberflächlichkeit und ohne Denkdisziplin ist es ihm schier unmöglich andere zu verstehen ernst zu nehmen oder zu überzeugen, denn durch den fehlenden Gegenstand in einseitigen Gesprächen, der erwächst aus der fehlenden Frage, die es bei jeder Auseinandersetzung zwischen zwei Menschen geben sollte, egal woraus der Kern besteht, wird der intellektuelle Horizont nicht gefordert und resultiert in Frustration, Schwarzsehen, Abneigung gegen ihn und seine Sache, denn er wird mit dieser Art der Verständigung niemanden erreichen, berühren oder anspornen, sondern eine negative Einstellung zu Tage fördern und bewerkstelligt damit nichts anderes als die innere Abkapselung des gegenüber Sitzenden.

Um Prinzipien festzulegen sollte planmäßig vorgegangen werden, Uneinigkeiten aus dem Weg geräumt und verständliche, zielführende und wirkungsvolle Lösungen erörtert werden. Fehlendes Wissen durch ausdauernde Kontinuität und unaufhörliche Lernprozesse komprimiert zu hervorragenden Können angeeignet werden. Nicht einfältige Unkenntnis durch Euphemismus überspielt, durch Verdrängung, bewußtes Vergessen oder vorsätzliches Beiseiteschieben einem unbefriedigendem Ergebnis vorziehen.

Erlangt wird dies, nicht allein durch die Frage, sondern durch das rotierende Verarbeiten von Gehörtem, dem Akzeptieren dritter Meinungen und unter anderem auch dem zuspielen und empfangen mündlicher Informationen, nicht durch das monotone nach dem Maul reden von vorgekauten verdrehten Halbwahrheiten, denn die fragmentierte bruchstückhafte Wiedergabe fremden Gedankengutes verfälscht die Aussage.

Wahrheit

…ist wie klares Wasser, wenn sie aus der ureigensten Quelle entspringt, in einem kleinen Bächlein fließt, sprudelt und lebendig strömt. Manchmal ist sie eisig kalt, aber es ist die Wirklichkeit die authentisch wieder gegeben wird. Sie ist tief und durchsichtig wie ein kristallklarer Bergsee, verursacht durch solide Glaubwürdigkeit und die offenbarte Gewißheit, bereitet sie zuweilen schmerzen. Indes legt sie aber echte Fakten frei, belegt Tatsachen mit offener Sicherheit, ist praktisch, glaubhaft und ehrlich, und bleibt trinkbar wie das Wasser, solange sie fließt, ist beständig, dauerhaft, richtig und Eigentlich. Freilich nicht, wenn sie verunreinigt wird, in einem Tümpel eingesperrt und abgestanden langsam stirbt.

Bevor sie stirbt wird sie lauwarm, seicht und leicht abgestanden. Die Wahrheit mutiert zur Lüge, wie auch das Wasser, das wenn es steht trüb wird. Sie ist erträglicher, weil nicht so abgründig und frostig. Kraft ihres Geflunkers, Schwindels und falscher Behauptung erdichtet sie irreführende fehlerhaft Aussagen die das Sein eintrüben und verschweigt das Ist. Wie auch das Wasser durch Leblosigkeit matt, grau und undurchsichtig wird, Abfall und Schlamm in sich birgt und glitschige Schleimhäute auf der Oberfläche bildet. Wenn der Ursprung verdunstet ist kommt ans Tageslicht was Betrug, Täuschung, Ausflüchte und andere Winkelzüge zugedeckt haben.

Der aggregatlose Nebel der Wahrheit steigt auf, formiert sich zur Wolke, fällt als Regen nieder, dringt ins Gestein und tritt als neue Quelle der Wahrheit ans Licht.

Auf der Strecke liegen gebliebene Partikel von Schmutz, Unrat, Müll und Dreck aber, werden vom Regen weggewaschen.

Erstickt

An tausend Meetings habe ich Teil genommen. Tausend mal unbefriedigt von Dannen gegangen. Weil, tausend mal wurde geredet. Tausend mal wurde nichts entschieden. Tausend mal habe ich versucht etwas zu erreichen. Tausend mal bin ich abgeblitzt. Tausend und ein mal zu lästig gewesen, muß ich die Firma verlassen und friste, überglücklich über meine Befreiung, die letzten Tage meines Daseins.

Aus der Gemeinschaft, in der jeder sein eigenes Süppchen kocht, ausgestoßen, sitze ich anteilnahmslos abseits der klugen Köpfe, lausche deren klugen Worte und den einleitenden, lähmenden Floskeln vom vorsitzenden Direktor.

Es beginnt das Meeting mit den “sehr dringenden” Tagesordnungspunkten, die explizit abgehakt werden und im Protokoll für nächste Woche als “äußerst dringend” Eingang finden. Danach werden die “dringenden” Punkte für das folgenden Meeting in die Kategorie “sehr dringend” verschoben. Die aber vom letzten Meeting noch übrigen “äußerst dringenden” Angelegenheit werden als nicht mehr aktuell, alter Hut, schon tausend mal besprochen, fast erledigt oder aber, als ein gesondert oder bilateral zu erledigender Gegenstand aus dem Akt gestrichen, und wir kommen zum Schluß, zu “Allfälliges”.

So verfolge ich den nie enden wollenden Kreislauf der Widersprüchlichkeiten. Die behandelten Themen sind wie ein perpetuum mobile die von imaginären Antrieb gesteuert immer wieder Einlaß in den gedankenleeren Raum finden, schwerelos von Kopf zu Kopf schweben und am Ende wieder in eine inaktive Umlaufbahn geschickt werden wo sie auf eine neue Chance der Erledigung warten. Wie ein Atomkern der von seinen Teilchen umkreist wird, tagen im Zentrum die Entscheidungsträger, umgeben von den zum Rotieren verdammten Verdikten, die auf das Fällen eines Urteils zur Befreiung warten. Das Atomgewicht nimmt durch die hohe Zahl an Teilchen immer und immer mehr zu, wird höher und höher, so daß der Kern unter den kreisenden Elementen mangels Lichteinfall und Sauerstoffzufuhr elendiglich zugrunde geht.

Der Kern aber ist der Kopf des Betriebes, der ohne Gehirn nicht lebensfähig ist. Und so geht’s konstant, linear und flach aber immerwährend talwärts. Schade!

Gott sei Dank, muß ich an keinem dieser unsinnigen Agglomerationen an Sprücheklopfern mehr teilnehmen, kann frei und unbekümmert, tief und fest einatmen!

Zweifelhafter Erfolg

Der Weg dorthin ist ein langer finsterer Gang, genannt Skrupellosigkeit, in dem sich zu Beginn noch einige winzige Fenstern befinden. Öffnungen die den Gang mit Disziplin, Ethos und Wertmaßstab von Zeit zu Zeit noch ein wenig erhellen. Die Personen die sich für diesen Gang entscheiden beschreiten ihn meist jedoch mit Scheuklappen die jegliches auf die Seite blicken zu Ehre, Moral und Gewissen unterbinden. Die eigenen Schritte hallen in dem Gang so laut wider, daß das Hören einer inneren Stimme die auf ethisches Empfinden und das ureigenste Bewußtsein, das an Zweifel und Gewissensbisse erinnern könnte nicht mehr wahrgenommen werden kann. Je tiefer sie in den Gang eindringen um so enger wird die Bewegungsfreiheit, um so kleiner die letzten Funken an die Erinnerung von Verantwortung und Pflicht, um so lauter der Hall und immer niedriger die akustische Aufnahmefähigkeit des eigenen Gewissen. Die Fenster sind geschlossen, sind verplakatiert mit falschen Wegweisern die sie an das verjüngte Ende des Ganges leiten in dem sie vollends bewegungslos steckenbleiben und der Verlust jeglicher Wertvorstellung zu beklagen ist.

Festgefahren in ihrer eigenen Scheinwelt ohne Rechtsempfinden vertrocknen sie. Der verdorrte Rest ihrer selbst fällt durch den Rost der Ausweglosen. Übrig geblieben sind Personen die hochmütig und überheblich einen für den Rest ihres, vom menschlichen Standpunkt betrachtet, kümmerlichen Daseins fristen. Durch die, nach vollständigem durchlaufen des Ganges erhaltene Reputation von affektierter, eingebildeter Dünkelhaftigkeit beschert ihnen eine einsame, durch gespreiztes anmaßendes Getue überspielte, Existenz. Aber was hilft jetzt noch das eitle, herablassende Gehabe – denn jeder ist seines Glückes Schmied.

Gib stets acht welchen Weg Du entlang gehst. Eine Einbahnstraße kannst Du noch verlassen. Wehe Dir, wenn Du in eine Sackgasse gebogen bist. Aber hüte Dich vor ausweglosen Gängen.

Am Ende sollst Du vor Deinem auserwählten Ziel stehen!

Freundschaft

…ist ein Bündnis, daß keiner kontrahierten Begründung in Schriftform bedarf. Sie entsteht wie zufällig. Ist ein Keim der sich in fruchtbarem Boden bohrt, sich in Sympathie verwurzelt und durch Harmonie zu gedeihen beginnt. Der junge grüne Trieb nährt sich von Geistesverwandtschaft, Zuneigung und Einigkeit, die er in sich aufsaugt und die zu einer starken Bindung reifen. Aber Vorsicht, der winzige Sproß steht noch auf schwachen Beinen und ist mit geringen Aufwand leicht zu entwurzeln, der auch, wenn er keine Nahrung erhält, schnell vertrocknet. Wird der Hunger mit vertrauter Einigkeit, bereitwilligem Wohlwollen und einträchtiger Brüderlichkeit gestillt, wird er zu einem hölzernen Bäumchen heranwachsen, das den starken Prüfungen windiger Intrigen, frostigem Neid, naßkalter Konkurrenz und dem Sturm der Eifersucht Stand hält, biegt sich im böigem Gewitter der Zwietracht zu Boden und richtet sich unter dem friedlichen Himmel der Verständigung wieder auf. Noch immer im Wachstum soll nicht enden die ständige Sättigung mit verbundener Eintracht zu einer, Jahr für Jahr schöner blühenden treuen Entente, die durch die kräftigen Wurzeln der Freundschaft gefestigt, allem Widerstand trotzende, unzerstörbare Allianz fürs Leben hervorbringt die ihre Sporen wider gibt, daß sie keimen mögen. Und es wächst ein neuer Baum.

Heuchelei

… ist nicht mehr und nicht weniger als die Frage: wie schaffe ich am schnellsten Weg, mit geringsten Aufwand und minimalen Widerstand die nächste Sprosse auf der Erfolgsleiter nach oben? Die praktische Umsetzung dieser Frage spüre ich täglich in meinem Umfeld. Es ist geradezu ein Wetteifern von unterwürfiger Scheinheiligkeit, trügerischer Verstellung und einschmeichelnden Phrasen, die mit schauspielerischer Frömmelei gegenseitig vorgegaukelt werden.

Versteckt unter der Maske der Unaufrichtigkeit wird den ganzen lieben langen Tag, von morgens bis abends, Süßholz geraspelt. Betritt aber der Chef den Raum überschlagen sich die schleimigen Pharisäer geradezu, um noch mehr und noch näher um ihn herum schleichen, buckeln und scharwenzeln zu können. Mit aalglatten Komplimenten simulieren sie Devotheit um ihm das Gefühl der Erhabenheit zu vermitteln. Das Oberhaupt nicht minder falsch und unehrlich, täuscht Gefallen an dem verbeugenden ducken seiner sich rund um ihn schlängelnden Angestellten vor und spiegelt seinerseits die verblendete Freundlichkeit wider.

Und so neigen, gehorchen und fügen sich alle gegenseitig, verstellen sich, geben vor, bluffen, täuschen sich mit Betrug, schützen sich mit Schönreden und kriechen und kriechen und kriechen….

Ziel dessen ist das erreichen der Ziellinie. Ziel ist es auch, mit anderen Kriechern für den beliebten Preis der Beförderung um die Wette zu robben. Ziel ist in erster Linie, mit zerschundenen Ellenbogen und aufgescheuerten Knien einzulaufen, in die vom geduldig wartenden Despot weit geöffnete, so begehrte, Pforte zum Erfolg. Um der erste zu sein der wenigstens einmal vom Prinzipal syphisant getätschelt wird, um der Wurm zu sein der sich noch ein wenig mehr gekrümmt hat.

Es kommt vor, ist aber selten genug, inmitten derer die da kreuchen und fleuchen jemanden zu treffen, erhobenen Hauptes, mit aufrechtem Gang, dem man mit ruhigen Gewissen in die Augen sehen kann, sich aber dessen bewußt ist, daß derselbe so wie einer selbst zu einer höchst gefährdeten Minderheit zählt, die wenn sie sich nicht versteckt, äußerst rasch Gefahr läuft vom Gewürm zerfressen zu werden oder schändlicher Weise wie eine Ratte das sinkende Schiff zu verlassen.

Sprache

Jede Person sollte sich derer bedienen der sie mächtig ist, ob Hochsprache, Dialekt oder Kauderwelsch, Körpersprache, Mienenspiel oder Verständigung durch Zeichen und Gesten, jeder so das er verstanden wird.

Es ist Distanz davor zu wahren sich mit Ausdrucksweisen zu verständigen deren Spracheigentümlichkeit einem selbst nicht verständlich ist. Es ist abzulehnen Fachchinesisch, Soziolekt oder einen Ideolekt nachzuahmen, sondern einfach selbst zu sein.

Denn nur wer selbst ist wird auch in seinem Jargon, Slang oder in welch’ auch immer geartete Umgangssprache verstanden. Es ist aber nicht notwendig, auf keinen Fall von Vorteil sich einer niedrigen ungepflegten Gossen- oder Vulgärsprache zu bedienen.

Wer sich einer nicht geläufigen Diktion befleißigt läuft Gefahr Stilblüten zu unterliegen Formbruch zu begehen, Bedeutung, Inhalt und Essenz diverser Termini zu verwechseln sich in Wortspielereien zu verlieren und steht zum Schluß als unverstandener Dummkopf da.

Es ist keine Schande Mundart, Provinzialismus, oder Krämerlatein zu sprechen.

Wesentlich ist doch sich verstanden zu wissen!

Reichtum

… weltlicher Natur unterliegt den in Zahlen meßbaren Werten von Besitz, Geld und Gütern die uns ermöglichen uns zu erwerben was unser Herz begehrt, sich alles leisten zu können ist das Größte für uns, denn daran werden wir gemessen – wer etwas hat ist wer – ist der Maßstab, der nicht an uns selbst angelegt wird, sondern daran was wir haben, je mehr um so wertvoller ist der Mensch, um so wichtiger ist er.

Was aber ist noch größer für den der schon alles hat? Er kauft sich Meinungen und Stimmen, sogar Menschen, womit er sein eigenes riesengroßes Reich, in dem sein Wort Gesetz ist, uneingeschränkt und absolut beherrscht und genießt seine immense Macht, die eine meßbare ist, meßbar an der Zahl der Menschen die er befehligt, die er unaufhörlich voran treibt um im Wettrennen der Reichste, der Beste, der Begütertste zu sein, seine Stellung auf dem Siegespodest nicht zu verlieren um nicht eingeholt zu werden von seinen Verfolgern, wird er, der selbst der eigenen Gier auf den Fersen ist dem Angesicht der Menschen die er zertritt gegenüber blind.

Hat er jetzt schon alles?

ärztliche Betreuung ist erwerbbar. Medizinische, Leid lindernde Hilfsgüter können erstanden, und alle nur erdenklichen Annehmlichkeiten im Kaufprozeß ausgetauscht werden. Jedoch gibt es kein Lineal und keine Maßeinheit die an die Gesundheit angelegt werden kann, sie ist nicht zu messen – ergo unbezahlbar.

Kann er sich nach dem realen Verlust seines Augenlichtes ein neues kaufen? Niemand, nicht gegen sein ganzes Imperium kann ihm seine Sehkraft wieder geben, weder kann er befreit werden aus seinem Gefängnis der Finsternis, denn Freiheit ist ein nicht meßbarer Wert und mit nichts materiellem aufzuwiegen.

Ebenso die Zuneigung einer liebenden Person die ihn menschliche Wärme und milde Barmherzigkeit entgegenbringt um über die ersten, schwersten und dunkelsten Stunden hinwegzukommen, wird er für sein ganzes Habe nicht finden, niemanden der Farbe in das schwarze Loch füllt in das er gefallen ist, der Licht in sein monochromes geldgieriges Herz projiziert.

Erst seine Blindheit wird ihm vor Augen führen, daß die irdisch meßbaren Habseligkeiten den wertfreien Reichtümern unterliegen und erkennen das Macht sich wandeln kann in die nicht meßbare, die nämlich die ihn nun beherrscht.

Er wird die menschliche Nähe schätzen lernen, im Gedanken frei werden und sich am gesund funktionierenden Lauf der Welt erfreuen.

Mit den Jahren der Einsicht wird er ein Sehender werden – reicher als je zuvor.