Buchstabenspielereien

Man nehme die Buchstaben eines Wortes, werfe sie in einen Topf, schüttle sie gut durch, werfe sie wieder auf den Tisch und setze sie neu zusammen. Schon ist es ein neues Wort, ein sogenanntes Anagramm.

z. B.: BLAU – LAUB, SCHEU – SUCHE

Bei genauerer Betrachtung ergeben sich auch andere Möglichkeiten. Nämlich, neue Wörter zu bilden die sinnverwandt mit dem Wort sind, so daß Inhalt und Sinn des Wortes gleichbleibt oder aber zusätzlich verdeutlicht und veranschaulicht was mit dem ursprünglichen Wort gemeint ist.

z. B.:

ADOLF HITLER – FOLTER HILDA
EROS RAMAZZOTTI – O, MOZART SEI ZART
BUCHSTABEN + SPIELEREIEN – LERNEN HEISST UEBE ABC + PI

Werden die Buchstaben eines Wortes mehrfach genommen so ergibt sich eine Fülle von Buchstaben die eine kleine Geschichte erzählen können. Auf diese Art und Weise sind Meister dieses Spieles in der Lage die Nachricht eines einzigen Wortes in Form einer Anekdote quasi durch die Blume an den Empfänger der Nachricht weiter zu geben. Für den Betrachter hingegen wird es immer schwieriger das ursprüngliche Wort zu erkennen.

So können Fragmente einer Wahrheit variabel miteinander verbunden werden, deren Kern stimmt, der Sinn der Aussage aber erst durch die Lösung des Rätsels zu Tage gefördert wird.

z. B.: 5x das Wort “Buchstabenspielereien” könnte folgende Anweisung ergeben:

Riesen ABC Cup
Buchstaben schieben erlaubt heisst es.
Tip: Uebe Spiel erlernen baue besseren Inhalt.
Ei, ei, ich lieb eben s’neppen.

Ebenso kann man mit den Akrostichen Nachrichten an Personen weitergeben. Ein Text oder ein Gedicht teilt etwas mit und die Person die betroffen ist, ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben oder den Endbuchstaben. Es kann auch der jeweils 2, 3 oder 4 Buchstabe jeder Zeile sein.

Bin auf der Welt.
Ich will verdienen Geld.
Citronen haben keinen Wert.
Habe mehr begehrt.
Lerne, wie komm ich nach vor.
Ehre ist nicht mein Ressort.
Rasch nach oben, rasch nach vor.

Zivilisation

Eine Agglomeration an Menschen in einem Gebiet wo jeder ein Stück sein Eigen nennt und jeder von ihnen auf seine Weise wirkt. Sie stellen her, handeln, verwalten oder regieren. Alle nutznießen nicht nur von den eigenen, sondern auch gegenseitig von den Tätigkeiten der Anderen.

So rotten sich immer mehr kluge, gute, fleißige, dumme, böse und faule auf engsten Raum zusammen. Nach der Auffassung des Einzelnen ist manche Handlung im Sinne der Allgemeinheit, und andere nicht.

Um das Leben und Schaffen, um das Ringen um die Existenz in solchen Zentren für alle gleich zu gestalten werden von der Gruppe selbst Gesetzte erlassen die für alle gleichermaßen Gültigkeit haben und sie treiben Wirtschaft miteinander, füreinander und gegeneinander und alle profitieren.

Der Überlebenskampf mündet in Wohlstand. Die Werte des Seins wandeln sich von täglicher Nahrungsbeschaffung hin zu den Moral und Ehrbegriffen die der Mensch für sich selbst geschaffen hat.

Begriffe die in den Augen der meisten nur für die Anderen gelten. Für einen selbst ist nur wichtig wie reich, wie gut und wie schön er nicht ist. Ergo besser als die Andern. Es ist unumgänglich sich einigen Anforderungen der Gemeinschaft zu unterwerfen um von dieser akzeptiert zu werden und in ihr bestehen zu können.

Dazu gehören so banale Dinge wie: Bitte, Danke, die Hand beim Niesen vorzuhalten, das Grüßen. Aber muß man jemanden grüßen den man nicht ausstehen kann, nur weil er der Nachbar ist? Sauberkeit und Körperpflege? Ja? Aber muß ich Anzug und Krawatte tragen um anerkannt zu werden?

Wer nichts ist und wer nichts hat, ist minder, ein Mensch zweiter Klasse, wird ausgestoßen aus der sogenannten Sippschaft in eine andere Lebensform, in eine andere Kultur die sich innerhalb der Gehobenen gebildet hat wo sich diejenigen treffen die sich nicht mit den hohen Begriffen der Oberen identifizieren können oder wollen.

Prüfung zum Hr. Ober

PRÜFER:

Um den ehrenwerten Beruf eines Wiener Kaffeehauskellners zu ergreifen, sprich ein „Ober“ zu werden muss ich sie einer sehr strengen Prüfung unterziehen. Ich hoffe sie sind alle gut vorbereitet und haben sich zu unserem heutigen Thema den Wiener Kaffeespezialtiäten auch ang’schaut wie’s zubereitet werden.

Beginnen wir mit dem Hr. Ferdinand.

FERDINAND:

(eilenden Schrittes) G’schamster Diener . . .

PRÜFER:

Immer schön grantig bleiben und nicht zu freundlich werden  und a „Gnä‘ Frau oder Herr“ hinten nach wär’ noch besser, wie sich’s halt g’hört für einen Ober.

Also, Ferdinand, sagen Sie mir: was ist eine „Weisse“, mehr „licht“ mit „Schlag“?

FERDINAND:

(selbstbewusst) Ein „Weisse, mehr licht mit Schlag“ ist beinahe dasselbe wie eine „Kaffee Verkehrt“ mit weniger Milch“ nur eben natürlich mit Schlag, aber genau genommen ist es eine Melange mit mehr Milch und Schlag statt dem Milchschaum.

PRÜFER:

Sehr brav, setzen.

So, Hr. Ludwig, was ist eine „G’streckter“?

LUDWIG:

(unsicher, fragend) Ein… ein… eine „Melange“ ohne Schaum mit Obers.

PRÜFER:

Ganz falsch!

Was sie mir da beschreiben ist ein Franziskaner ohne Schokostreusel.

Na sag’s mir halt was ein Fiaker ist

LUDWIG:

Ein geeister starker Mokka im Laufglas mit Maraschino, Gewürzen und flüssigem Zucker mit einem Eiswürfel.

PRÜFER:

Schon wieder falsch – das ist ein Mazagran, ein Fiaker wird auch Kaffee Kirsch genannt und ist ein doppelter Mokka mit Kirschwasser und Zucker verrührt, mit einer Schlagobershaube garniert und im Einspännerglas serviert.

Traurig wenn’s das net wissen und eine Schand’ für ihren Berufsstand – setzen!

Franz sagen’s mir ein paar Maßeinheiten für Kaffee?

FRANZ:

Die Kleinste ist die Nuss oder Nussschale, die wir als Mokkatasse kennen, gefolgt vom Pikkolo, etwa anderthalb Nussschalen groß, und dann kommt die Teeschale. Das Laufglas ist ein hohes, dickes Glas, das Einspännerglas …

PRÜFER:

(winkt ab) pass schon, hervorragend, so stell ich mir das vor!

Ludwig geh’ sag sie mir wenn ich einen Mokka möchte mit Obers, was bringen sie mir dann?

LUDWIG:

Eine Schale Braun, oder wenn’s a’ bisserl mehr Obers sein darf dann eine Schale Gold, oder für mehr dunkel tät ich ihnen einen Schale Nuss anbieten.

PRÜFER:

Warum bringen’s mir net einfach einen kleinen Braunen?

LUDWIG:

Weil der kleine Braune mit Milch ist und nicht mit Obers

PRÜFER:

Sehr richtig so g’fallt es mir – so soll es sein.

Geh’ Hr. Ferdinand kommen’ noch einmal vor

Erklär’ns mir was der Unerschied ist zwischen einem Obermayer und einem überstürzten Neumann?

FERDINAND:

(ein wenig unsicher) Beim „Neumann“ kommt Schlagobers in eine leere Kaffeeschale, und wird dann mit einem Mokka “überstürzt”, drum heißt er ja „Überstürzter Neumann“ und beim „Obermayer“ is es eher umgekhrt könnt ma‘ sag’n.

Des Obers schwimmt auf dem schon gesüßten Mokka und wird auch nicht umgerührt, weil man den heißen Mokka durchs kalte Obers trinkt.

PRÜFER:

Na, brauchen’s net nervös sein, war eh‘ alles richtig. Danke.

Geh’ Hr. Franz noch eine Frage für sie.

Können’s mir vielleicht auch noch ein bisserl was über die „Melange“ erzählen? Ich weiß das ist ein sehr schwere Frage, aber versuchen sie’s halt einmal

FRANZ:

Eine Melange ist ein Mokka in einer Pikkolotasse mit heißer Milch, die mit ein wenig Obers versetzt ist, zur Gänze aufgegossen. Das ergibt eine Mischung „Melange” halb Milch und halb Kaffee die mit einer Milchschaumhaube vollendet wird.

Aufpassen muss man ob die Bestellung mit “mehr licht” oder “mehr dunkel”, oder mit “ohne” ergänzt wird. Da geht’s um den Milchschaum.

Ausserdem kann die Melange „mit Haut“, „mit Schlag“, „mit ohne“, „passiert“,  . . .

PRÜFER:

Brav, passt schon, ich glaub aus ihnen wird noch einmal was.

Ludwig, für Sie noch eine Frage, weil‘s voher so nervös war‘n. Was is als dann „ein Brauner“?

LUDWIG:

(wieder nervös) Ein Brauner ist …, ein Brauner …

PRÜFER:

Was? Das wissen‘s auch nicht? Passen‘s auf: Ein „Brauner“ ist manches Mal ein „Kleiner“ und manches Mal ein „Großer“ –

LUDWIG:

(fällt ins Wort): Bitt schön ich weiß schon: Der „Braune“,  ist ein einfacher oder ein doppelter Mokka mit „Milch“, nicht mit „Obers“, weil die „Schale Braun“, ist ein Mokka mit „Obers“ nicht mit „Milch“, weil sonst wär’s ja ein Brauner.

PRÜFER :

Sehr richtig, und das dürfen’s nie verwechseln.

Was ein „Maria Theresia“, eine „Einspänner“, ein „Doppelmokka, gespritzt“ ist, wissen’s ja hoffentlich.

. . . Fortsetzng folgt

Hoffnung

…so fern sie auch sein mag, ist identisch mit der Reinkarnation eines Wunsches zugleich die Metamorphose von Vergangenem oder Verlorenem wie auch die Apokalypse des zu Erreichendem. Der Weg den jeder Hoffende sucht zu gehen, an dessen wenn auch noch so fernem Ende, das liegt, das aus tiefstem Herzen man wiederholen, finden oder erarbeiten will. Was scheint wie weggespült von den Gezeiten, wie etwas für immer versunkenes im bedrohlichem Rachen eines tiefen Brunnenschachtes oder das unerreichbar kometenhaft Entlegene, ist das Ziel.

Mit unbändiger nicht enden wollender Zuversicht im verzerrten Spiegelbild der Realität das Warten auf ein, am kaum erkennbarem, im Nebel der Wirrnis eingetauchten Horizont, aufflackern oder glimmen eine Lichtes. Um diese kaum wahrzunehmende Dämmerung, noch meilenweit davon entfernt greifbar zu werden, erfährt dieser winzige Schimmer am Ende des Horizonts eine ideologische Umklammerung, hängend an einem Faden, dünner als der des Damoklesschwertes. Sie verhilft aber im Zustand geknechteter Niedergeschlagenheit zu ungeahnten Impulsen. Diese ausgelebt, inspirieren zu Denkmodellen, Philosophien und Gesinnungen die für eine relative Dauer die Echtheit des Seins im Enthusiasmus der Euphorie der bevorstehenden Aufhellung die Prioritäten auf der Skala der Zuversicht nach oben schnellen lassen.

Unter der unablässigen Betrachtung und der zuversichtlichen Erwartung an das Näherrücken des sich erfüllenden Wunsches, das Menschwerden oder sich zum Faktum konstituieren eines Traumes, das vor einem liegende faßbare Verlorenen und im Bewußtsein dessen dem ungelogenem, reinem, weißem Licht der erfüllten Erwartung inmitten zu sein speist den inneren Trieb sich weiter hinzugeben, Schmach angedeihen zu lassen, hinzunehmen, schmerzliche Gefühle zu ertragen, einzustecken, Emotionen zu unterdrücken, trotzdem zu verzeihen und gleichzeitig nicht den Glauben an das Ich zu verlieren.

Ehrgeiz

… ist wenn man dem Eifer nicht Einhalt gebieten kann, mit unermüdlicher Strebsamkeit dem zu bewältigendem Sachverhalt auf dem Grund gehen will oder muß. Man unaufhörlich mit regem Enthusiasmus und nahezu gierigem Tatendurst den Willen durchzusetzen drängt. Danach streben hinter Sinn und Zweck, eines Vorhabens, eines Planes oder eines Verlangens, mit letztem Einsatz und Energie zu kommen. Emsig, eifrig und mit riesigen Ambitionen und beflissener Betriebsamkeit die zur Diskussion stehenden Intentionen mit Fleiß in Schaffenslust umzusetzen. Mit regem Engagement und dem Vorhaben nach einer Vollendeten Erledigung der zur Durchführung überreichten Aufgabe beschäftigt, ist keine Ende abzusehen bevor das Tagwerk nicht makellos unter Dach und Fach ist.

Das ganze äußert sich, nach stundenlangen Sitzungen Brainstormings und Meetings und nach Aufgabe aller Mitwirkenden, zu fortgeschrittener, mitternächtlicher Stunde, sitzend im mitten von Unmengen an Papieren, in den Gedanken, des daran arbeitenden mutterseelen alleine im verlassenen Büro, in etwa so:

Der x-te Blick auf die Uhr – ich muß nach Hause gehen, nein, noch fünf Minuten, wo ist denn … ah, da ist es ja – eine Zigarette noch – vielleicht sollte ich mir noch Kaffee kochen? Nein, oder lieber doch, wo ist mein Taschenrechner? Das hab ich doch schon… nein, wieso stimmt denn das nicht? Das ist doch…, noch einmal von vorne – habe ich das nicht ohnehin gespeichert, mal sehen, ich rufe Hr. … – Blick auf die Uhr, der ist nicht mehr in seinem Büro um diese Zeit, vielleicht finde ich die Unterlagen im Sekretariat? Komisch wo sind die denn, na gut dann muß es eben ohne gehen – hab ich einen Denkfehler? Ich höre für heute auf, aber da war doch noch… bei der Gelegenheit könnt ich ja… nein zuerst muß das andere fertig sein, da fällt mir ein… so wird es gehen, wo sind denn jetzt wieder meine Zigaretten? Ist der Kaffee schon fertig? Kann es sein das ich von der falschen Seite zu rechnen begonnen habe? Nein… oder doch… dann eben umgekehrt, Rechner her, das Feuerzeug ist leer, gibt’s in diesem Hause keine Streichhölzer? Mir fehlt die siebente Seite dieser Aufstellung, es muß doch eine Kopie existieren, da ist sie! Wo war jetzt der Anfang, mir brennen die Augen, Schluß für heut… – wenn ich aber nun diese Zahlen mit diesen vergleiche? So geht’s… das hab ich doch schon einmal gerechnet, noch einmal, Ergebnis – wieder falsch, verd… bin ich wirklich so unfähig? Es muß! ahh…! Es muß ja falsch sein, anders herum – so wird es funktionieren, los! Zu letzten mal, stimmt! Fehlen nur noch die… nein ich brauche schlaf – was soll’s damit bin ich in ein paar Minuten fertig, letzte Zigarette, dann aber ab nach Hause, noch eine Seite kontrollieren, ja, – schaffe ich die Prozentauswertung noch? Mal sehen, was haben wir denn da alles? …!!

Politik

ist nichts anderes als eine Strategie oder Taktik zur Durchsetzung bestimmter Ziele. Unter Einhaltung eines geplanten zielgerichteten Konzeptes dorthin zu kommen wo es dem Wohl der Allgemeinheit nützt. Es ist eine Überbrückung falscher Vorgangs- und Vorgehensweisen zum für alle geeigneten Bestimmungsort, Absicht, Zweck zum richtigen Ziel, ist sie eine Brücke über das Hindernis die zum Erfolg, zum zu Erreichenden führt.

Als erstes muß die Brücke über die tiefe Schlucht der Verfehlungen gebaut werden.

Entweder ein aus Holz und Seilen geknüpfter Steg, eine aus stabilen Holzbalken erbaute Passerelle oder ein breiter sechspuriger fest betonierter und sicher verankerter Übergang der fast problemlos überschritten werden kann.

Aber über eine Brücke zu gehen birgt Gefahren in sich.

Ist es nur ein loser provisorischer Steg ist es ein Wagnis ihn zu betreten. Er ist der Fäulnis der Moral und des Materials ausgesetzt, kann äußeren und oppositionellen Einflüssen nicht widerstehen, löst sich leicht aus der Verankerung der eigenen Reihen und ist daher anfällig für Sabotagen allgegenwärtiger Neider.

Sicherer ist schon die fix angeheftete Holzbrücke die schon der oppositionellen Feuersbrunst oder der Hand der brutalen Gewalt bedarf um zu Fall gebracht zu werden.

Es ist auch dem Vorsicht geboten, der auf der Brücke auf halben Weg ins schwanken gerät und hilferingend nach Haltegriffen, nach stützenden Säulen Gleichgesinnter greift die schon angesägt sein könnten.

Die Einsturzgefahr der monumentalen Brücke ist fast gänzlich auszuschließen, sie ist nur schwer aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der Sturz in die Tiefe des darauf schreitenden Pioniers muß von langer Hand vorbereitet und mit Vorsatz ausgeführt werden.

Größer ist die Gefahr Eines selbst auf der Brücke eingeschüchtert stehen zu bleiben oder gar umzukehren. Auch von gegnerischen Wind gebeutelt, erfroren vor abstoßender Kälte die auf der Brücke herrscht, von den Vibrationen der gewagten Schritte geschüttelt, ist der Weg in die richtige Richtung einzuhalten und gegen Feinde aller Arts zu verteidigen. Das vollständige überqueren ist das einzig Richtige denn sonst wäre die aufwendige Plagerei das Bauwerk im Vorfeld zu errichten völlig umsonst gewesen.

Erst am Ende der Brücke ist das Hindernis hinter dir und der Weg für Gleichgesinnte ist frei nachzufolgen, Neuland zu erobern und die Verbindung zwischen alt und neu ist hergestellt.

In der Schlucht unter der Brücke verbleibt Leere die im Wandel der Zeit zu neuem Leben avanciert und vielleicht eine neue Verbindung zur Brücke erfährt.

Euphorie

Im tiefsten Innersten brodelt eine Idee. Dieser Einfall köchelt vor sich hin bis er zur enthusiastischen Erleuchtung gereift ist und an den zielstrebigen direkten Weg nach draußen sucht und findet.

Ein glühender Strom an schwärmerischen Inspirationen eruptiert, schleudert seine glühenden Impulse heraus, begleitet von dichten Wolken exzessiver Eingebungen bis alles Feuer und Flamme ist. Diese Lawine rennt schneller als jegliches Lebewesen auf dieser Erde. Alles das was in ihrem Einzugsbereich ist wird erbarmungslos, ohne jegliche Möglichkeit auf Rettung, definitiv angesteckt. Geistesblitze zucken hell erleuchtet aus dem vom Sinnentaumel trunkenen Lavastrom der den prägenden Stempel berauschender Vorstellungen der Reichweite seines Dunstkreises einbrennt. So wird in Brand gesetzt was flammbar ist und die fiebernden Intuitionen und ekstatischen Vorstellungen nicht enden sich zu ergießen.

Stoppt der Strom der erregten Verzückung erkaltet der psychedelische Eifer und versteinert zur eingebildeten Fiktion, die in dem erstarrten ausgebrannten Territorium verbleiben dort aber nicht existieren kann und erlischt.

Wird die Glut nicht gespeist, das Feuer nicht mit weiteren Ideen geschürt, sondern an der ausgebrannten Erde haften geblieben ist dies der direkte Weg in die neurotische Manie?

Auf und ab

Es mag stimmen,
daß es einfach, eine Leiter zu erklimmen,

jedoch kaum erklommen,
gerade oben angekommen,

unter dir gib Acht,
daß nicht eine Sprosse kracht.

Ausgelaugt

Es läßt sich nicht in Worte kleiden, bin unfähig meine physische Verfassung niederzuschreiben. Tonnenschwer, so scheint es mir lastet der Druck auf meinen Schultern der an mich gestellten Forderungen, bestehend aus unverdaulichen Brocken die von der Obrigkeit ausgewürgt und auf mich ausgespuckt oder das von vorne herein erkennbar Ungenießbare, daß ohne es probiert zu haben ohne Umschweife mir zum Fraß vorgeworfen wird. Zornzerfressen und doch fiebernd vor Ehrgeiz nage, kaue, schneide, kratze und stechen ich an dem mir serviertem, drehe es, wende es und schaffe es trotz aller Bemühungen nicht die gestellte Aufgabe zu knacken. Bin am Ende. Habe um Urlaub angesucht. Bin erschöpft, möchte am liebsten davon laufen, weiß nicht wohin. Mein Leben, besser formuliert das Leben schlechthin, zieht ohne Anteilnahme meiner selbst an mir vorüber. Wie in Trance friste ich mein Dasein in der Firma die mich hintergeht, vernachlässigt, von oben herab behandelt und engstirnig, uneinsichtig und kompromißlos auf meine sehr wohl bescheidenen Wünsche mit Verachtung und Ignoration reagiert.

Wobei hier die Firma gleichzusetzen ist mit einer Einzelperson die, wie ich mit Gewißheit sagen kann, mit Argwohn davor erschauert von mir überflügelt oder durch meine Kompetenz entmachtet zu werden und mich deswegen mit unlösbarem konfrontiert um sich und jenen denen er verantwortlich ist vorführen zu können wie unfähig ich nicht wäre.

Skrupellose Machthaber spielen hemmungslos mit Einfluß und erbarmungslosen Mitteln um die eigene Stellung im Konzern zu festigen um weiterhin mit den Füßen nach unten treten zu können um der Unterdrückten einziges Kapital, die Arbeitskraft, schamlos auszunützen. Beim praktizieren dieser Funktion, die eigentlich als Bestimmung angesehen werden kann, handelt es sich einzig darum die Getretenen mit dem, der Außenwelt verborgen bleibenden, Kampf ums Überleben so außer Atem zu halten das kaum Zeit zum Verschnaufen bleibt und das neben diesem Ringen um Luft zusätzlich geschaffene Tagwerk wieder zu zerstören um die Eventualität einer Forderung von vorn herein im Keim zu ersticken.

Müde

Ich weiß nicht mehr wieviel Tage, Wochen und Monate ich ununterbrochen mit nichts anderem als Arbeit zugebracht habe. Stunde um Stunde dieser mir endlos erscheinenden Zeit habe ich das letzte für den Job gegeben. Kraftlos, schlaff und abgespannt ohne ein bißchen Mumm in den Knochen sitze ich vor meinem Schreibtisch der übergeht vor Anfragen, Angeboten, Briefe, Konzepten und Strategien. Draußen ist dunkle Nacht und das grelle Licht meiner Halogen Schreibtischlampe schmerzt in meinen Augen, die ich kaum noch offen halten kann. Bin bettreif und döse nur noch vor mich hin. Das durchdringende Läuten des ruhelosen Telefon hält mich wach. Lahm, matt und schläfrig habe ich mich irgendwann aufgerafft und bin nach Hause gegangen. Ermattet und erschöpft komme ich dort an und will noch privates aufarbeiten, vorbereiten zum Erledigen, aber ich bin zu fertig, zu kaputt dazu. Entkräftet falle ich ins Bett, kann aber nicht schlafen bin zu aufgewühlt, zuviel unerledigtes ist noch in meinem Kopf das mich bewegt und allein der Gedanke daran läßt mich schwer atmen. Mein ganzer Körper ist geschwächt und schmerzt mich bis ins Knochenmark. Das ich eingeschlafen bin merke ich erst als der Wecker am morgen läutet und ich schweißgebadet aufwache.

Hat mich der Job ruiniert? Hat mich die Firma gebrochen?